WordPress – Einstieg in die Bedienung

Vorbemerkungen

WordPress ist eine webbasierte Software[i], die im Jahre 2003 als Blogsoftware entwickelt wurde. Blogs sind spezielle Webseiten im Netz die als digitale Tagebücher begonnen haben und deren Entwicklung sich heute in den großen Plattformen wie Twitter und Facebook wieder findet. Facebook ist letztlich auch nur eine zentrale Stelle, an der Millionen von Nutzern ihren eigenen Blog betreiben. Auch wenn dies den wenigsten bewusst ist. Mit WordPress ließe sich theoretisch auch so etwas wie Twitter oder Facebook realisieren.

Da man mit WordPress nicht nur regelmäßige Beiträge im Sinne eines Tagebuchs verfassen und publizieren kann, sondern auch statische in der Regel nicht veränderbare Elemente erstellt, wurde aus der ‚Blogsoftware WordPress’ die derzeit am häufigsten verwendete ‚Content-Management-Software’ (CMS). Damit können auch Nutzer ohne viel Erfahrungshintergrund ihre eigene Webseite pflegen und unterhalten. Die Installation und Gestaltung einer Webseite mit WordPress kann gelegentlich auch zu einem komplexen Unterfangen geraten. Doch das regelmäßige Veröffentlichen von Texten, Bildern oder Videos ist ein recht überschaubarer Vorgang, der nach einigem Hinsehen jedem gelingen kann, der weiß wie man mit der Maus am PC umgeht.

Dieses Handbuch richtet sich an Nutzer einer bereits eingerichteten WordPress Webseite.

Aufruf der Webseite

Webseiten werden mit Hilfe eines Browsers dargestellt. Die derzeit am meisten verwendeten Browser sind Mozilla Firefox, Internet Explorer (ab Win 10: Microsoft Edge), Safari, Opera u.v.a.. Sobald wir eine Internetadresse in die Adresszeile eingegeben haben oder ein Lesezeichen anklicken, sucht der Browser nach der Webseite. Hat er sie gefunden lädt er die verschiedenen Elemente herunter und stellt sie anschließend dar. Bei den heute üblichen Übertragungsraten geht das meist sehr schnell. Sofern eine Webseite komplett geladen ist, könnte man rein theoretisch die Internetverbindung unterbrechen und die Seite ‚offline’ ansehen. Die Seiteninhalte befinden sich im ‚Cache’ [Aussprache: Kasch], das ist eine Art Zwischenspeicher, der noch vor einigen Jahren große Bedeutung hatte, denn man konnte eine einmal aufgerufene Seite jederzeit auch ohne Internetverbindung wieder ansehen. Da nahezu alle Endgeräte heute dauerhaft online sind, hat das keinen nennenswerten praktischen Nutzen mehr, außer einer etwas schnelleren Darstellung. Es gibt jedoch einen Nachteil im Zusammenhang mit dem Cache, der sich bemerkbar macht, wenn Seitenbesucher ohne es zu wissen evtl. auf eine alte Version der Seite zugreifen, weil nicht die Daten vom Server des Seiteninhabers, sondern die Daten aus dem Cache angezeigt werden. Abhilfe schafft hier das Neuladen der Seite, das man bei den meisten Browsern mit der Taste F5 erzwingt. Gerade auch beim Erstellen von Inhalten in WordPress und dem Wechseln zwischen den Tabs (auch Register oder Fenster) ist es häufig nötig den Seiteninhalt zu aktualisieren mit F5. Sollte man sich als Seiteninhaber oder als Besucher also wundern, wo denn der neue Beitrag ist, von dem man gehört hat, so lohnt sich unter Umständen das Neuladen der Seite.

Darstellung der Webseite

Jeder Browser interpretiert die Webseite etwas anders und kommt so leider häufig zu anderen Darstellungsergebnissen wie ein anderer Browser. Es kommt hinzu, dass die Browser in verschiedenen Versionen, in unterschiedlichen Betriebssystemen, Endgeräten, Bildschirmen und zuletzt auch mit unterschiedlichen Benutzereinstellungen und den installierten Schriften vorliegen. Das führt dazu, dass die Anzahl von möglichen Darstellungen kaum noch auszurechnen ist. Am ehesten kann man sich die Problematik vorstellen, wenn man bedenkt, dass heute als Bildschirm ein 50 Zoll Fernseher und auch ein Smartphone benutzt werden. Von riesig bis winzig – und doch müssen die Inhalte irgendwie dargestellt werden.

Im Internet wird dieses Problem mit der strikten Trennung von Inhalt und Gestaltung gelöst. Texte und Medien (Bilder, Videos etc) werden unabhängig von ihrer späteren Erscheinung erfasst. Erst anschließend wird dem Inhalt eine Erscheinungsform zugewiesen. Das lässt sich gut vergleichen mit dem Erstellen eines Worddokuments. Zunächst wird der Text eingetippt und dann erst wird die Formatierung vorgenommen. Wir entscheiden je nach Verwendung des Textes ob er rechts oder linksbündig ist, welche Schriftart und Größe passt oder ob der Text farblich erscheinen soll. Neben dem Aussehen des Textes und der Medien an sich, lässt sich auch die Position der Elemente untereinander bestimmen und das sogar abhängig von der zur Verfügung stehenden Bildschirmbreite oder -höhe.

Diese Anpassungen kann der angemeldete Nutzer zum Teil selbst vornehmen, einige grundlegende Anpassungen jedoch kann nur der Admin erledigen.

Wichtig

Das Aussehen einer mit WordPress erstellten Webseite ist selten einheitlich. Je nach Ausgangslage variiert sie zum Teil stark.

 

Frontend vs. Backend

Bevor man sich an der WordPressinstallation anmeldet muss man sich mit grundlegenden Begriffen beschäftigen. Eine wichtige Unterscheidung die man treffen muss während man mit WordPress arbeitet ist die, ob man gerade im Frontend oder im Backend ist und ob man angemeldet oder abgemeldet ist. Letzteres erkennt man leicht am oberen Rand der Webseite. Solange die Werkzeugleiste eingeblendet ist, ist man angemeldet. Was aber bedeutet das? Solange man sich nicht über die Login Seite mit Benutzernamen und Passwort anmeldet, sieht man das was jeder Besucher sieht und kann nichts verändern. Nach erfolgreicher Anmeldung stehen je nach Benutzerrolle (dazu gleich mehr) Werkzeuge und Funktionen zur Verfügung. Ist ein Benutzer angemeldet kann er in besondere Seiten wechseln, die es ihm ermöglichen Änderungen vorzunehmen. Diese Seiten nennt man in ihrer Gesamtheit das ‚Backend’. Im Gegensatz dazu sind alle Seiten, die auch ein nicht angemeldeter Nutzer sehen kann das ‚Frontend’. Das Backend erkennt man in der Regel leicht an der sich deutlich vom Frontend unterscheidenden Gestaltung.

 

Beiträge vs. Seiten

Es gibt sehr entscheidende Unterschiede zwischen Beiträgen (posts) und Seiten (pages) in deinem WordPress-Blog.

Beiträge

Beiträge sind die Einträge, die in umgekehrter chronologischer Reihenfolge auf der Startseite deines Blogs erscheinen oder auf der Beitragsseite, falls du eine eingestellt hast. Falls du festgepinnte Beiträge (sticky posts) erstellt hast, werden diese vor den anderen Beiträgen erscheinen. Beiträge können in den Archiven, Kategorien, zuletzt veröffentlichten Beiträgen und anderen Widgets gefunden werden. Beiträge werden ebenso im RSS-Feed des Blogs angezeigt.

Seiten

Seiten sind statisch und werden nicht nach Datum aufgeführt. Seiten verwenden keine Tags oder Kategorien. Eine „Über mich“- oder Impressum-Seite ist das klassische Beispiel. Seiten können in der Seitenleiste mit dem Widget „Seiten“ angezeigt werden. Manche Themes zeigen Seiten als Tabs am oberen Rand des Blogs an. Wenn du 50 Seiten erstellt hast und das Widget „Seiten“ nutzt, dann werden alle deine Seiten jederzeit aufgelistet.

 

Benutzerrollen

Administrator

Ein Administrator hält das volle, uneingeschränkte Eigentum an einem Blog und kann absolut alles tun. Diese Person hat die volle Kontrolle über Seiten/Beiträge, Kommentare, Einstellungen, Wahl des Themes, Import, Benutzer – das ganze Drum und Dran. Nichts ist tabu, auch nicht das Löschen des gesamten Blogs. Pro Blog wird nur ein Administrator empfohlen!

Redakteur

Ein Redakteur kann jede(n) Beitrag/Seite ansehen, bearbeiten, veröffentlichen und löschen. Er kann Kommentare moderieren, Kategorien verwalten, Schlagwörter (Tags) verwalten, Links verwalten sowie Dateien/Bilder hochladen.

Autor

Ein Autor kann seine eigenen Beiträge bearbeiten, veröffentlichen und löschen sowie Dateien/Bilder hochladen. Autoren können keine Seiten bearbeiten, hinzufügen, löschen oder veröffentlichen.

Mitarbeiter

Ein Mitarbeiter kann seine eigenen Beiträge bearbeiten, kann sie aber nicht veröffentlichen. Wenn ein Mitarbeiter einen Beitrag erstellt, muss dieser einem Administrator zur Prüfung vorgelegt werden. Sobald der Beitrag eines Mitarbeiters von einem Administrator genehmigt und veröffentlicht wurde, kann er jedoch nicht mehr durch den Mitarbeiter bearbeitet werden.

Ein Mitarbeiter hat keine Möglichkeit, Dateien/Bilder hochzuladen.

Follower

Deine Follower sind diejenigen, die Updates zugeschickt bekommen, jedes Mal, wenn Du neue Inhalte veröffentlichst. Sie haben aber keine Bearbeitungsrechte. Wenn Dein Blog öffentlich ist, kann ihm jeder folgen, aber vielleicht möchtest Du Einladungen an bestimmte Personen versenden, mit denen Du Dein Blog teilen möchtest.

Anmeldung an der WordPressinstallation

Um an der mit WordPress erstellten Seite Änderungen vornehmen zu können, muss man sich mit einem Benutzernamen und dem dazu gehörigen Passwort anmelden. Um zur Login Seite zu kommen muss Du folgendes an die Basis-URL[ii] anfügen [/wp-login.php] und anschließend mit Return bestätigen.

WP Login Seite
WP Login Seite

Auf der WP Login Seite meldet man sich mit einem Benutzernamen und dem entsprechenden Passwort an, muss bei neueren Installationen eine kleine Rechenaufgabe erledigen um zu beweisen, dass man ein Mensch ist und kommt dann mit einem Klick auf Anmelden ins Backend der Installation. Hat man das Passwort vergessen, kann man sich an die zum Benutzer vorher hinterlegte E-Mailadresse einen Link zuschicken lassen, der Anweisungen enthält, wie man das Passwort zurücksetzen kann. Hat man auch den Benutzernamen vergessen, muss man sich beim Admin melden. Sehr praktisch ist es sich die Login Seite als Lesezeichen zu setzen.

 

Dashboard

Sofern Benutzername und Passwort korrekt eingegeben wurden gelangt man zum Dashboard von WordPress.

Dashboard WordPress Aufbau der Seite
Dashboard WordPress Aufbau der Seite

 

Zunächst zum Aufbau der Seite. Es lassen sich drei wichtige Bereiche benennen

  1. Menü
    Im Menü finden sich alle Themen wieder, die der entsprechende Nutzer ändern kann. Fährt man mit der Maus über die verschiedenen Punkte blenden sich weitere Unterpunkte ein, die dann direkt ausgewählt werden können.
  2. Inhaltsbereich
    Je nachdem was in dem Menü angeklickt wurde, erscheint der entsprechende Inhalt hier. Das ist das Hauptfenster.
  3. Werkzeugleiste
    Die Werkzeugleiste gibt einen schnellen Zugriff auf häufig genutzte Funktionen.

[i] Webbasierte Software ist gut vergleichbar mit Software die wir auf dem heimischen Computer haben. WordPress wird bei einem Hoster (entfernter Computer im Netz) zur Verfügung gestellt. Es muss installiert und konfiguriert werden. Der Unterschied zu heimischer Software ist, dass man es von jedem beliebigen Computer aus erreicht. Die Begriffe Hoster, Server und Client sollte man sich gegenwärtigen.

[ii] URL: Uniform Resource Locator, Internetadresse, in der Form deine-domain.tld (tld:Top-Level-Domain, zB de, com)

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