Obama: vom Hoffnungsträger des Friedens zum Sargträger des Friedens

 

Quelle: Wikipedia.de
Quelle: Wikipedia.de

Was ist mit Barack Obama los? Der mit dem Friedensnobelpreis ausgestattete letzte verbliebene Supermacht-Präsident, kommt mächtig vom Weg ab. Doch darf man rückblickend durchaus fragen, ob er jemals auf einem richtigen Weg war. Allzu gerne hätten wir seine magere Bilanz der ersten vier Amtsjahre mit den Betonblockaden der reaktionären republikanischen Opposition begründet. Wir hätten es gerne gesehen, yes we did, dass aus der letzten Supermacht der letzte Superheld seine mächtigen Schwingen über uns breitet und uns zuruft: Habt keine Angst, denn seht her, ich bringe Heil. Ich bringe Frieden. Und wie naiv fühlen wir uns jetzt, wir verblendeten Trottel? Beschämt resümieren wir die letzten Jahre US-amerikanischen Invasionsstrebens und wachen aus einer drogenschwangeren Trance auf, die unsere Sinne vernebelt hat und die unsere sonst kritische Haltung zu US-amerikanischer Politik so arg unterdrückte. Doch wie konnte das geschehen? Wie konnten wir so lange hinschauen und trotzdem nicht erkennen was mit unseren „nordatlantischen Partnern“ geschehen ist? Sie sind radikale Kriegsbefürworter, unterdrücken Menschenrechte, töten nahezu überall mutmaßliche Feinde, sichern sich nach Belieben global Ressourcen, beuten sogar ihre heimatliche Erde auf Teufel komm raus aus und haben darüber hinaus einen ungeheuerlichen Durst auf Weltmacht.

 

Derzeit reißen die verstörenden Nachrichten aus den USA nicht ab. In einer langen Kette von düsteren Meldungen sind die jüngsten Botschaften an Eindeutigkeit nicht zu überbieten. Ein Techniker einer Regierungsorganisation enthüllt Informationen deren Enthüllung alles andere als nötig waren. (Wer hat denn vor Prismleaks geglaubt, dass die Regierungen dieser Welt keinen Zugriff auf die digitalen Netzwerke hat? Eine Nachricht von Wert wäre, wenn eine Liste der Staaten veröffentlicht würde, die keine systematische Analyse der digitalen Netze vornehmen. Das wäre gewiss eine sehr kurze Liste.) Doch auch wenn Prismleaks auch nur eine Sensation an der untersten Auslöseschwelle ist, so ist das Verhalten der US-Administration durchaus jeder Rede wert. Nicht nur die US-Fatwa auf den Enthüller, auch die unverhohlenen Drohungen Richtung China, Russland, Ecuador und jeden der Snowden auch nur über sein Land fliegen lässt, sind besorgniserregend. Ägypten wird zurecht wegen der sogenannten Fatwa auf Hamed Abdel-Samad gegeißelt, die USA machen nichts anderes und alle schweigen. Gewiss will die US-Justiz erst noch einiges aus Mr. Snowden an Information waterboarden, doch seine anschließende Zukunft sieht, wie man vermuten kann, nicht sehr rosig aus. Geheimnisverräter werden gnadenlos gejagt. Mit allen Mitteln. Mit allen?

 

Der letzte Schrei US-amerikanischer Exekutivmaßnahmen sind natürlich (bewaffnete) Drohnen. Mr. Snowden kennt sich hoffentlich damit aus. Falls nicht sollte man ihm Bescheid geben, dass er sich umgehend ein Bild davon macht, wie die US-Armee, die CIA und bestimmt auch bald (oder schon) das FBI Drohnen gegen missliebige Zeitgenossen einsetzt. Und das Interessante beim Einsatz der Drohnen ist, dass zunehmend sogenannte „signature strikes“ durchgeführt werden (*). Dabei greifen die unbemannten Kriegsmännerbienen auch Personen an, die nicht identifiziert wurden, jedoch gemäß eines programmierten Verhaltensmusters agieren. Dass solche Verhaltensmusteranalysen auch mal schief gehen, zeigen bereits einige Fälle. Es gibt aber auch „personality strikes“, die gezielt unerwünschte Personen zum Ziel haben. So auch der Fall von Anwar al-Awlaki. Ein US-Bürger der für al Qaida Anwerbungen gemacht hat. Er wurde mit einer Drohne gezielt getötet. Und weil das so hübsch geklappt hat, hat man auch gleich zwei Wochen später seinen 16-jährigen (sic!) Sohn zum Ziel auserkoren und erfolgreich eliminiert. Ob man versucht hat ihn festzunehmen und vor ein Gericht zu stellen konnte ich nicht herausfinden. In Deutschland erinnern wir uns noch gut an Oberst Klein (Sorry General Klein natürlich). Hätte er zu jener Zeit schon so umfangreich wie heute auf Drohnen zurück greifen können, hätte er wohl nicht erst die halbe Nacht um das Bombardement des von Zivilisten umringten Treibstoff-LKWs bei den Amerikanern bitten müssen. Das wäre dann schneller gegangen. Nur gut, dass wir ja bald auch eigene bundesdeutsche Drohnen verpflichten können. Das ist offensichtlich ein must-have, der tout dernier cri unter den Kampfmitteln. Ob das Drohnengeschwader dann noch sein Gelöbnis unter den sanften Augen von Verteidigungsminister de Maizière feiert, ist aus bekannten Gründen fraglich. Der „Lord of the bees“ könnte über die Finanzierung seiner eigenen Drohnenvölker stolpern.

 

Doch zurück zu Präsident Obama. Hat sich da ein Messias selbst entzaubert, oder war es vielleicht eher so, dass wir nach der Bush-Administration in Washington einen so starken Wunsch nach einem leuchtenden Vorbild hatten, dass wir nicht widerstehen konnten ihn aufzuladen, ihn zum Heilsbringer zu verklären. Auch in Ermangelung eigener politischer Leuchttürme. Dass er an solchen Erwartungen scheitert, denn nur so kann es bezeichnet werden wenn ein Friedensnobelpreisträger agiert wie Obama, hätten wir ahnen können. Hoffen wir darauf, dass irgendwo auf dieser kleinen Welt ein Hoffnungsträger geboren wird, den es bis an die Spitze eines einflussreichen Staates spült. Auf Obama konnte man schon hoffen, doch es hat nun mal nicht geklappt. Schade. Derzeit gibt er ein Bild ab, wie wir es zuletzt von seinem Amtsvorgänger kannten. Kriegerisch, aggressiv und zu allem bereit. In Syrien werden seit einiger Zeit Massenvernichtungswaffen verortet. Obamas Rote Linie sei, nach Auskünften seiner „Dienste“, überschritten. Wahrscheinlich sind es die selben „Dienste“ die auch Saddam Husseins Waffenarsenal ausfindig gemacht haben. Ein Déjà-vu, ein Vorwand oder eine Tatsache? Who knows? Niemand. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt… Aber sie stirbt.

Ein letzter Link zum Guardian.

Hoffnungsvolle Grüße

 

 

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