Schwarzer Rettich lässt Weißen vor Neid erblassen

„Was ist das denn, kann man das essen?“

Runzelt Bernds Stirn, beim Anblick meiner heutigen Ernte. „Das will ich doch hoffen, gibt’s nämlich heute Abend mit frisch gebackenem Brot.“ Antworte ich selbstbewusst, während mein Blick auf die restliche Ernte fällt, die im Notfall als Ersatz dienen kann. Schwarzer, runder Rettich – eine fast vergessene alte Sorte mit feiner Schärfe – wird in der japanischen Küche, in sehr dünne Scheiben geschnitten, als Beilage zu Sushi gereicht. Schwarzer Rettich war schon den Ägyptern 2500 v. Chr. bekannt. Bei uns war er bis Mitte des 20. Jahrhunderts sehr beliebt. Verschwand dann jedoch fast vollständig vom Markt.

weitere Ernte
weitere Ernte

In den letzten Jahren erfreut er sich neuer Beliebtheit, da viele „alte Gemüse“ wieder als Raritäten entdeckt werden. Unter der Haut ist der schwarze Rettich weiß. Wir haben ihn an den wurzeligen Stellen geschält, in dünne Scheiben geschnitten, gepfeffert und einen Teil nicht gesalzen. Das Ganze auf Pflücksalat mit Kräutervinaigrette. Dazu gab es noch ofenwarmes Sauerteigbrot. Da der Rettich durch das Salzen seine feine Schärfe verliert, werden wir beim nächsten Mal ganz auf das Salz verzichten. Was den weißen Bruder betrifft: Der kommt mir nicht mehr ins Haus.

Schwarzer Rettich
Schwarzer Rettich

Eure Dachfarmerin

 

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