Mildtätigkeit zahlt sich aus oder, von Superreichen die ausziehen uns das Fürchten zu lehren

Nein – ich habe nicht vergessen, dass man hier neben Politischem und Kritischem auch etwas über eine Dachfarm zu lesen bekommt. Und ja – ich wollte mich schon seit Tagen zur weltgrößten Pflanzensamenbank auf Spitzbergen äußern und was diese mit der Bill & Melinda Gates Foundation und Monsanto zu tun hat.

Was für ein Mann – dieser Bill, liest man allenthalben. Nein hier ist nicht Tarantinos Protagonist aus „Kill Bill“ gemeint, spielt dieser doch in einer ganz anderen Liga – oder?
Hier geht es um einen wirklich Großen. Seine Passion: Mathematik, Naturwissenschaft und Programmiersprachen. Welch ein Gefühl muss es sein, durch klare in Folge gesetzte Anweisungen einem Computer den Text „Hello World!“ zu entlocken. Und die Welt grüßte zurück. Im November 2007 wurde Bill Gates von der Computing Technology Industry Association, zur einflussreichsten Person der IT-Welt der letzten 25 Jahre gewählt. Manch Eine/r mag sich mit einer solchen Errungenschaft zufrieden geben, nicht so unser Bill. Das fordert der Algorithmus, wo man mit muss.

Stiften und Spenden – der Gesellschaft etwas zurück geben und sich ganz nebenbei über Steuervergünstigungen und geschaffene Abhängigkeiten freuen. Aufrecht und integer versorgt er die Ärmsten der Armen.
Seine Bill & Melinda Gates Foundation unterstützt die Behandlung und Bekämpfung von Krankheiten in der ganzen Welt. Der Nebeneffekt: Die Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (GAVI) wird zu 75 % (1,5 Mrd. US $) von Bills Foundation finanziert; die, im Gegensatz zu den UN-Organisationen (WHO), dort auch einen ständigen Sitz im Aufsichtsrat hat. Kontrolle ist das Zauberwort, von Preissteuerung mal ganz abgesehen.
In den USA vergibt Bill Stipendien an Jugendliche aus Familien mit niedrigem Einkommen, um ihnen so den Besuch weiterführender Schulen zu ermöglichen. Abhängigkeit ist hier das Zauberwort. Wie stünde es um das Selbstbewusstsein dieser jungen Menschen, wenn ihnen durch gesetzliche Vorgaben ein Anspruch auf Bildung auch ohne Bills Wohltätigkeit zustünde?
Bills Stiftung engagiert sich in der landwirtschaftlichen Entwicklung. Das in 2006 ins Leben gerufene wohlklingende Projekt Alliance for a Green Revolution in Africa (AGRA) hat zum Ziel, bis 2020 die Ernährungsunsicherheit um 50 % in 20 Ländern zu reduzieren. Die Maßnahmen: Hochertragssaatgut, Bodengesundheit, Marktzugang, Politik, Finanzen. Große Beträge fließen in das Harvest Plus-Programm, Ziel: Entwicklung nährstoffangereicherter Pflanzen (Biofortifikation: Anreicherung des Nährstoffgehalts von Nahrungsmitteln durch Pflanzenzucht), sowie Entwicklung trockentoleranter Mais- und rostresistenter Weizensorten.
Klingt doch richtig wohltätig, oder? Wenn da nicht dieser, in unseren Medien kaum wahrgenommener, Umstand wäre: Bill kaufte 2010 für ca. 23 Millionen Dollar 500.000 Monsanto-Aktien. Monsanto produziert Saatgut und Herbizide und setzt seit den 1990er Jahren Biotechnologien zur Erzeugung gentechnisch veränderter Feldfrüchte ein, betreibt eine offensive Aufkaufpolitik anderer Saatgutunternehmen und hat mittlerweile Monopolstellung bei der Produktion von genverändertem Saatgut.
Dass die Kleinbauern in Afrika zu Testzwecken verwohltätigt werden ist reine Verschwörungstheorie. Und sollte dieser nicht stattfindende Test dann doch gegen die Wand laufen, hält Spitzbergen was es verspricht. Hier wurde 2008 die Eröffnung einer Saatgutbank im Beisein internationaler Repräsentanten gefeiert. Der Name: Svalbard Global Seed Vault, zu deutsch Weltweiter Saatgut-Tresor auf Spitzbergen. Das Ziel: Die langfristige Einlagerung von Saatgut zum Schutz der Arten- und Varietäten-Diversität von Nutzpflanzen. Die Geldgeber: Bill & Melinda Gates Foundation, die Rockefeller-Stiftung, Monsanto, Syngenta, DuPont Pioneer Hi-Breed, Consultative Group on International Agricultural Research (CGIAR) und die norwegische Regierung. Warum auf Spitzbergen? Das Permaeis hält den Samen länger frisch – noch.
Unsere Superreichen spenden Unsummen für Wohltätiges, aber handeln da die richtigen?
Wie mag sich Margaret Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fühlen, wenn Bill ihr sagt wo’s lang geht?
Was hat es mit dem von der Bundesregierung, der Wirtschaft und der Gates-Stiftung geschnürtem Hilfspaket gegen den Hunger auf sich? (Auszug aus Bericht Deutschlandfunk, 04.02.2013): Mit im Boot sind Firmen wie BASF, Bayer CropScience, Syngenta und Royal DSM, ein führender Produzent von Vitaminen und Enzymen. Darunter viele Vorreiter in der Entwicklung gentechnisch veränderter Pflanzen und Nahrungsmittel. Die Förderung der Produktion von Kartoffeln und Reis mit gesteigertem Nährwert ist erklärtes Ziel des Hilfevorhabens. Angereichert heiße aber nicht gentechnisch verändert, betont Dirk Niebel: „Nein, das heißt es ausdrücklich nicht, ich würde das nicht generell ausschließen, aber es ist nicht vorgesehen bei diesen Projekten.“

Quelle: www.dts-nachrichtenagentur.de
Quelle: www.dts-nachrichtenagentur.de

Warum fällt mit gerade jetzt noch mal Tarantinos „Kill Bill“ ein?

Wie nachhaltig könnte es sein, wenn Politiker ihren Auftrag im Wohle der Gesellschaft zu handeln, nachkommen würden? Und dabei ist es so einfach: Führt die Vermögenssteuer ein, schafft ein nachvollziehbares Steuersystem ohne Sondervergünstigungen und Schlupflöcher für Reiche.
Und ihr Reichen: Zahlt eure Steuern.

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