Hunde die bellen, beißen nicht. Oder?

Nachdem ich mich den ganzen Tag mit Herrn Wuff beschäftigt habe, verging mir jetzt die Lust. Eigentlich reicht es, er hat genug gesagt. Wirklich jetzt. Will dem noch jemand zuhören? Was war eigentlich mit Bettwäsche? Und Demut? Hä? Ein Bundespräsident macht sich zum Horst, die Bild ist vorübergehend enttäuscht, Herr Schönenborn erzählt was von vermeintlich repräsentativen Umfragen und einen Deppen im Dorf gibt es auch noch – fast vergessen.

Aber Herr Wuff hat ja für fünf Jahre die Verantwortung übernommen und will nach fünf Jahren eine positive Bilanz ziehen. Wenn er das positiv ummünzen kann, leistet er in der Tat großes. Bitte: Ich freu mich drauf. Es ist immer noch nicht aller Tage Abend. Ob jetzt Uns-Angela da heil raus kommt? Bei Gutti hat sie es geschafft, diesmal vielleicht auch. Mit der ihr eigenen etwas – ich sag mal – schnodderigen Art, weist sie ohne Frage einen sehr speziellen Charme auf, der wenig charismatisches erwarten lässt und somit auch kaum enttäuschen kann. Quasi gut. Die Strahlemänner strahlen eben mehr als sie leisten. Vielleicht liegt es an der maroden Atompolitik. Aus dem Ausstieg des Ausstiegs des Ausstiegs könnte man auch mal wieder aussteigen. Also, wirklich, mir vergeht die Lust.

Und eigentlich war es auch wie immer. Gabriel beschwört in gewohnter Manier die „Causa Merkel“, die Bevölkerung wohl gespalten und Parteifreunde zeigen sich versöhnt: „Er hat zu allen offenen Fragen ausführlich persönlich Stellung genommen, und er hat auch sein Bedauern über getroffene Fehlentscheidungen zum Ausdruck gebracht.“ (Gerda Hasselfeldt) Wann und wo genau?

Zugegeben: Soziale Netzwerke erlauben einen regen Austausch. Man nenne es Informationsaustausch, Polemik oder Hetzjagd – aber… so what? Kann man, muss man aber nicht drüber meckern. Stammtischparolen, Facebook-Threads oder Briefe (die Dinger, die man in den gelben Kasten steckt) – wo ist da der Unterschied? Wie im echten Leben: Alles immer zweimal schneller. Zur Not eben auch ganz einfach die Freundschaft kündigen. Alles ist möglich. Eine freundliche Ablenkung stellt die „Mailbox-Affäre“ allemal dar. Danke dafür.

Praesis, ut prosis. (Bernhard von Clairvaux)
Du sollst (nur dazu) an der Spitze stehen, um (anderen) zu nützen.

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