Die Ouvertüre für Grün – Samen, Erde Luft und Wasser

Endlich ist es soweit. Die diesmal sehr sonnenarmen Monate Januar und Februar sind überstanden und der Frühling lässt hoffentlich nicht mehr allzu lange auf sich warten.
OK – ich gebe zu, die Wetterfrösche hüllen sich noch in dicke, warme Gewänder. und wollen so gar nicht die Leiter erklimmen.  Aber – das wird schon und die Natur hat bislang immer solch kleine Verzögerungen zuverlässig und in Riesenschritten aufgeholt.
Also – Kopf hoch und dranbleiben!

Unsere Dachbeete haben wir zwischenzeitlich mit Gartenerde, ausgereiftem Kompost, Kakaobohnenschalen (2 cm), die uns ein befreundeter Spediteur überließ; mit groben Holzspänen (2 cm) und mit Lavasteinchen befüllt. Dies sorgt für die nötige Auflockerung der Erde. Die Beete sind also soweit vorbereitet und warten auf den jungen Kompost, der erst kurz vor der Auspflanzung zugegeben wird.

DSCF0999
Setzlinge oder Saatgut, diese Frage muss sich Jede/r selbst beantworten. Ich habe mich bereits vor Jahren für Saatgut entschieden. Zum Einen ist das „Selbstziehen“ der Jungpflanzen wesentlich günstiger und es ist einfach spannender zu erleben, wie aus einem winzigen Samenkorn etwas Essbares entsteht.
Meine Samen habe ich bei Bingenheimer Saatgut erstanden, denn, wer will sich schon aus dem Genpool von Monsanto bedienen?

Die Samentütchen habe ich in einer handlichen Kiste unter gebracht. Ursprünglich ist diese Kiste für kleinteiliges Heimwerkerzeugs gedacht, lässt sich aber wunderbar umfunktionieren, ist dicht verschließbar und leicht transportierbar. Meine Samen sind teilweise schon 3 Jahre alt und immer noch zu fast 100% keimfähig. Wichtig ist, dass die Samen trocken, dunkel und kühl aufbewahrt werden.

DSCF0887

DSCF0890
Grundsätzlich gilt bei der Aussaat die Faustregel, dreifacher Samendurchmesser maximale Sätiefe. Die Keimung benötigt Feuchtigkeit und eine, nach Pflanzenart unterschiedliche minimale Bodentemperatur, dazu kommen Anforderungen an die Lichtverhältnisse.
Beispielsweise sind die meisten Gemüsesamen Dunkelkeimer, das Saatgut muss also gut mit Erde bedeckt werden, dagegen sind Salatsamen eher Lichtkeimer, benötigen also zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen wie Wasser, Wärme und Sauerstoff, auch Licht. Eine Liste der Keimdauer unserer geplanten Gemüsesorten findet ihr hier:
Saatanzucht

Als Substrat eignet sich einfache Gartenerde oder auch fertige Aussaaterde aus dem Handel. Wichtig ist, dass die Erde keinen Dünger enthält, dies „verweichlicht“ die Keimlinge und sie werden sehr empfindlich gegenüber Pilzerkrankungen oder auch Parasiten.
Ja – und jetzt einfach loslegen, einsäen also.

Um sich ein mühsames pikieren (also das vereinzeln der kleinen Pflänzchen) zu sparen, kann man jedem Samenkorn ein eigenes Töpfchen zuordnen. Als Saatkiste kann man fertige Kunststoffbehälter kaufen (lassen sich mehrere Jahre benutzen), man kann sich aber auch mit Eierkartons behelfen. Wichtig: Beschriftung nicht vergessen!
DSCF0955DSCF0964DSCF0959DSCF0962DSCF0957DSCF0884DSCF0885So und jetzt legt mal los. Frei nach Erich Kästner:
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Eure Dachfarmerin

Schreibe einen Kommentar