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Katzen & Hund

Kletter-Kratz-Kuschel-Baum

Schon vor dem zweiten Morgenkaffee klingelt es am Tor. „Das ist der Baum“ rufe ich zu Bernd nach oben in den zweiten Stock, schnappe mir den Hausschlüssel und laufe nach draußen. Ein gelber Bus steht auf der Straße – DHL! „Ein Paket für Kästner“ kündigt der freundliche Postbote an. „Au fein, das ist für unsere Katzenbabys, die warten schon darauf.“ Schmunzelnd reicht mir der Bote das Scannergerät zur Unterschrift, dann holt er das Paket und eilt mit den Worten „dann grüßen Sie die Kätzchen von mir“ davon.

Das Paket ist groß und das Gewicht lässt auf gute Qualität hoffen. Bernd übernimmt den Transport ins Haus, während ich den beiden Stinkern Leo und Lulu berichte, dass sich ihnen noch heute neue Dimensionen erschließen – der Weg in die Vertikale.
Nachdem ich die Einzelteile die sich im Innern des Pakets befanden sortiert habe, beginnen wir mit dem Aufbau des Baumes. Es geht höher und höher, nach links und nach rechts, bis an der Zimmerdecke das letzte Teil fest fixiert werden kann. Leo und Lulu sind uns dabei eine große Hilfe, gerade die Kleinteile lassen sich so herrlich durch die Stube rollen. Wir befestigen noch einpaar Bänder an den Säulen des Baumes und lassen diese fröhlich wippen. Jetzt kommt der spannendste Moment: Wer wagt den Aufstieg?

Und – wer hätte das gedacht – es ist Lulu, die in Windeseile bis ganz nach oben klettert. Dicht gefolgt von Leo blickt sie, auf dem obersten Podest sitzend nach oben an die wenige Zentimeter entfernte Zimmerdecke. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Alles will erkundet werden. Die Kuschelhöhlen, die Hängematten, das Leiterchen, auch die festgezurrten Bänder müssen gefangen werden, das Kratzen an den Sisalsäulen – Lebensglück pur.

Welch ein Geschenk in diesen düsteren Zeiten, denke ich. „Unseren Katzen geht es besser als vielen Menschen“, drehe ich mich zu Bernd um. „Sollen wir sie wieder ins Tierheim bringen?“ runzelt Bernd die Augenbrauen. „Alles zu seiner Zeit, eben sind wir für die Katzen da, morgen auch für alles andere.“

„Miiiiiauuu“ maunzt Leo und Lulu stimmt in den Freudengesang mit ein.
Heute ist ein guter Tag!

Wie groß die Freude über den Kletter-Kratz-Kuschel-Baum ist, könnt ihr in den beiden Videos sehen. Viel Freude dabei.

Eure Dachfarmerin

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Katzen & Hund

Zwei Katzenbabys und ein Pappkarton

Das Leben und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe, ich schwör’s euch!

Rainer Maria Rilke

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Katzen & Hund

Kunstsinnige Katzen

 

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Katzen & Hund

Drei plus Zwei = Freude pur

 

Ein Sommernachtstraum

Prolog
Wenn wir mißfallen tun, so ist’s mit gutem Willen;
Der Vorsatz bleibt doch gut, wenn wir ihn nicht erfüllen.
Zu zeigen unsre Pflicht durch dieses kurze Spiel,
Das ist der wahre Zweck von unserm End und Ziel.
Erwäget also denn: warum wir kommen sein:
Wir kommen nicht, als sollt ihr euch daran ergetzen;
Die wahre Absicht ist – zu eurer Lust allein
Sind wir nicht hier – daß wir in Reu und Leid euch setzen.
Die Spieler sind bereit; wenn ihr sie werdet sehen,
Versteht ihr alles schon, was ihr nur wollt verstehen.

(William Shakespeare)

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Gesellschaft Politik

Neulich am digitalen Stammtisch…

DIE WELT titelt: „Flüchtlingsfamilie redet nur mit männlichem Makler“ und auf Facebook entsteht ein kleiner aber symptomatischer Dialog:

Eine Soroptimistin antwortet: „Leider haben sie es nicht anders gelernt. Sollten sie aber schnellstens tun oder schnell wieder gehen!“
Eine weitere Soroptimistin meint: „Der Artikel ging um eine Maklerin, deren Kunden sie nicht respektvoll behandelten Und somit gegen unser Grundgesetz der Gleichberechtigung verstossen haben. Dies dürfen wir in unserer Demokratie weder akzeptieren noch tolerieren. Und dafür setzen wir Soroptimistinnen uns unter anderem auch ein. Ich bin völlig Noras Ansicht. Refugees welcome – aber zu unseren Bedingungen. Grundgesetz und Menschenrechte sind zu achten. Wenn wir in fremde Länder reisen, müssen wir uns auch deren Regeln beugen oder einfach zu hause bleiben.“

„Eigentlich“ wollte ich mich aus dieser Diskussion zurückziehen. Gedanken wie, „das bringt jetzt nichts, ist sowieso sinnlos…“ schwirrten mir durch den Kopf. Was mich hier „auf die Palme“ brachte war, der von oben herab formulierte Satz: „Leider haben sie es nicht anders gelernt. Sollten sie aber schnellstens tun oder schnell wieder gehen!“ Fernab jeglicher Polemik, nahmen Bernd Ackermann, Heike und ich diese Auseinandersetzung zum Anlass, uns vertiefender mit der Thematik auseinander zu setzen.

Zur Klarstellung vorweg sei gesagt, dass das beschriebene Verhalten der Wohnungssuchenden und der Maklerin auf unterschiedlichen kulturellen Auffassungen fußt, hier von einem Verstoß gegen das Grundgesetz zu sprechen, halte ich für übertrieben und einer vertiefenden Auseinandersetzung abträglich. Ebenso halte ich es für einen gravierenden Unterschied, ob man sich mal eben als Tourist/in einer anderen Kultur anpasst, oder mit den eigenen kulturellen Ansprüchen in einer anderen Kultur dauerhaft lebt. Ebenso sollte man bedenken, welche allgemeingesellschaftliche Priorität wir diesem Artikel einräumen. Zusätzlich wäre zu hinterfragen inwieweit in diesem Artikel gefühlte Wahrheiten (Die Maklerin weiß, dass fast alle behaupten aus Syrien zu kommen, um sich bessere Chancen zu sichern) mit unreflektierten Problembeschreibungen vermischt werden.

Doch zurück auf „meine Palme“. Was dieser Satz verdeutlicht ist, dass ihm ein erheblicher Mangel an Interkultureller Kompetenz innewohnt. Der Begriff ist nicht neu, legen doch schon seit Jahren global agierende Unternehmen Wert darauf ihre Mitarbeiter durch gezielte Schulungsmaßnahmen dahingehend zu trainieren. In zahlreichen Vorträgen auch an Universitäten lernen wir: Interkulturelles Bewusstsein schließt Bewusstsein der Vielfalt mit ein.

Was hat dies mit den Asylsuchenden zu tun, fragt sich wohl nun der/die geneigte Leser/in.
Hierzu zitiere ich aus einem Zeit-Artikel:
„Flüchtlinge sind Menschen, sind Individuen. Vor allem sind sie extrem verunsichert (auch wenn sie nicht immer so wirken; das gilt ausdrücklich auch für junge, alleinreisende Männer!) – und sie kennen sich hier nicht aus. Wenn Politiker wie zum Beispiel Julia Klöckner jetzt als erstes über Selbstverpflichtungen zur Integration und Bekenntnisse zum Grundgesetz sprechen, ist das abstrakt und wenig hilfreich. Gute Erfahrungen bringen mehr als erhobene Zeigefinger. Für Flüchtlinge aus dem Nahen Osten, die nur korrupte Regime kennen, ist es jedes Mal eine Offenbarung, wie korrekt deutsche Polizisten mit ihnen umgehen. Informationen, auch über das Grundgesetz und hier geltende Werte, müssen hingegen erst einmal verfügbar sein…“

In Wikipedia lernen wir: „Der Prozess der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund besteht aus Annäherung, gegenseitiger Auseinandersetzung, Kommunikation, Finden von Gemeinsamkeiten, Feststellen von Unterschieden und der Übernahme gemeinschaftlicher Verantwortung zwischen Zugewanderten und der anwesenden Mehrheitsbevölkerung. Im Gegensatz zur Assimilation (völlige Anpassung), verlangt Integration nicht die Aufgabe der eigenen kulturellen Identität. Erfolgreiche Integration oder besser: Vernetzung, funktioniert nur auf der Grundlage der Anerkennung von Heterogenität. Homogenitätsstreben – von welcher Seite auch immer – provoziert Gefahren der Identitätspreisgabe.“

Unsere Gesellschaft hat sich verpflichtet Menschen in Not Asyl zu gewähren. Dass daraus resultieren muss, sich über deren Folgen klar zu werden ist unbestritten. Viele Menschen werden für längere Zeit hier bleiben, oder auch für immer. Wie wir damit umgehen wollen muss jetzt gemeinsam erarbeitet werden. Es wird höchste Zeit, denn die permanente Weigerung, gerade aus CDU/CSU Kreisen, der schon seit Jahrzehnten erfolgten Zuwanderung den nötigen Rahmen zu verschaffen, hat zu der derzeitigen Situation geführt.
NRW hat (nach dem Berliner Senat 2010) im Februar 2012 das „Gesetz zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration“ beschlossen. Weitere Bundesländer werden nachfolgen müssen, denn nur so wird ein gedeihliches Zusammenleben gelingen.

Auf unserem Blog hat sich Bernd eingehender dem Thema angenähert. Den Link hierzu hänge ich meinen Ausführungen an. Ebenso verlinke ich auf einen Youtube Beitrag von IntercultureTV, der sich auf spielerische Art und Weise mit dem Thema „Interkulturalität“ auseinander setzt.

Menschenrechte fördern setzt Interkulturelle Kommunikation voraus. Hier hätte ich mir von Soroptimistinnen „eigentlich“ mehr erwartet, als das zusehends lauter werdende: „Alle ganz schnell in ein möglichst fernes Land zu schicken.“

Eure Dachfarmerin

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Katzen & Hund

Für Mocka

Wir gingen den Hügel hinauf. Die Katze saß auf meiner Schulter und fluchte leise. Als wir oben waren, beugte sie sich plötzlich vor und krallte die Luft.

Da entstand ein Riss im Himmel. Als bestünde er aus Seide. Der ganze Himmel stürzte ein und wir standen plötzlich in einer völlig anderen Landschaft.

„Kulissen!“ knurrte die Katze. „Alles nur Kulissen und Zwischenvorhänge!“

von Tor Åge Bringsværd

Mocka 1997-2015
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Dachgarten

Schwarzer Rettich lässt Weißen vor Neid erblassen

„Was ist das denn, kann man das essen?“

Runzelt Bernds Stirn, beim Anblick meiner heutigen Ernte. „Das will ich doch hoffen, gibt’s nämlich heute Abend mit frisch gebackenem Brot.“ Antworte ich selbstbewusst, während mein Blick auf die restliche Ernte fällt, die im Notfall als Ersatz dienen kann. Schwarzer, runder Rettich – eine fast vergessene alte Sorte mit feiner Schärfe – wird in der japanischen Küche, in sehr dünne Scheiben geschnitten, als Beilage zu Sushi gereicht. Schwarzer Rettich war schon den Ägyptern 2500 v. Chr. bekannt. Bei uns war er bis Mitte des 20. Jahrhunderts sehr beliebt. Verschwand dann jedoch fast vollständig vom Markt.

weitere Ernte

In den letzten Jahren erfreut er sich neuer Beliebtheit, da viele „alte Gemüse“ wieder als Raritäten entdeckt werden. Unter der Haut ist der schwarze Rettich weiß. Wir haben ihn an den wurzeligen Stellen geschält, in dünne Scheiben geschnitten, gepfeffert und einen Teil nicht gesalzen. Das Ganze auf Pflücksalat mit Kräutervinaigrette. Dazu gab es noch ofenwarmes Sauerteigbrot. Da der Rettich durch das Salzen seine feine Schärfe verliert, werden wir beim nächsten Mal ganz auf das Salz verzichten. Was den weißen Bruder betrifft: Der kommt mir nicht mehr ins Haus.

Schwarzer Rettich

Eure Dachfarmerin

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Dachgarten

Dachfarm goes public

Urban Gardening in Worms – Carmen Kästner und Bernd Ackermann züchten erfolgreich Gemüse, titelt die Wormser Zeitung. Zugegeben – etwas peinlich war mir die Sache schon, denn was ist schon besonderes am Gemüseanbau im eigenen Garten? Unzählige Schrebergartenkolonien gibt es hierzulande und wohl kaum eine Zeitung fühlt sich berufen diesen einen ganzen Artikel zu widmen. Und doch scheint es da etwas zu geben, was den nötigen Anreiz bietet. Altbewährtes mit neuem Namen sagen die Einen, sinnvolle Stadtbegrünung schwärmen die Anderen. Es ist das Urbane, was die Gemüter bewegt. Und so kam es, dass eine triste graue Dachfläche und ein paar Europaletten den Weg in die Öffentlichkeit fanden:

14.08.2013 – WORMS
Von Ulrike Schäfer
Es ist nicht so, dass Carmen Kästner und Bernd Ackermann keinen Garten haben. Im Gegenteil, sie leben in einem grünen Paradies: Bäume und Blumen, ein raunendes Bächlein, einen Freisitz zum Klönen, ein Zelt zum Ruhen und überall Töpfe, in denen Kräuter wachsen, Kräuter, die Otto Normalverbraucher nicht einmal dem Namen nach kennt.

Beete in Kisten
Doch es gibt in diesem Garten auch ein externes Gebäude mit Flachdach. Irgendwie fad, irgendwie nackt, fanden die beiden. Aber dieses Dach einfach begrünen mit Fetthenne oder anderen pflegeleichten Flachwurzeln, das wollten sie nicht, und so setzte bei Carmen Kästner ein fundamentaler Denkprozess in Gang. Nicht der erste übrigens. „Ich bin projektaffin“, sagt sie lachend. Das Ende vom Lied war ein Dachgarten der ganz besonderen Art, genauer gesagt eine Dachfarm, die unter dem Motto „Sorge dich nicht! Ernte!“ nutzbar gemacht wurde.
Als Beete wurden Euro-Paletten (acht mal 1,20) zu Kisten umgebaut. Was aber hält ein Flachdach in dieser Größe aus? Das Paar berechnete die Belastbarkeit der Fläche, mutete ihr aber dann nur die Hälfte an Gewicht zu, „denn wenn es regnet, wird die Erde ja sehr viel schwerer“, meint Carmen Kästner. Unterdessen hatte sie sich in dicken Katalogen über alle Sorten von Saatgut schlaugemacht und sich ein erstes Sortiment bestellt.

Salatköpfe um die Ohren geschossen
Die kleinen Sämlinge wurden in Anzuchtkistchen auf den Fensterbänken des Hauses vorgezogen. Weil die Sonnenstrahlen spärlich waren, sahen die Pflänzchen noch ziemlich erbarmungswürdig aus, als sie im April ins Freie kamen. Doch siehe da: Eingewurzelt in satter Komposterde, liebevoll gegossen und gestärkt mit selbst angesetztem Komposttee, entwickelten sie sich unerwartet prächtig. „Im ersten Jahr, 2012, sind uns die Salatköpfe nur so um die Ohren geschossen“, erzählt Carmen Kästner grinsend. Als die ganze Nachbarschaft versorgt war, probierte sie ein Salatrezept ums andere aus. Sogar Salatauflauf machte sie, doch da gab’s schließlich Proteste.

Diese Erfahrungen spornten die Gärtnerin, die großmutterseits erblich belastet ist, zu wahren Hochleistungen an. Sie studierte, welche Gemüse sich miteinander vertragen und welche nicht, welche Kombinationen sinnvoll sind und wie man die Pflanzenfolge so reguliert, dass man den ganzen Sommer über ernten kann.

Kartoffeln aus dem Turm
Das Angebot auf der Dachfarm, die nur über eine Leiter etwas halsbrecherisch zu erreichen ist, ist reichhaltig: Pflücksalate, Batavia-Salate, Asia-Sorten, die leicht pfeffrig schmecken, wilde Rauke, Spinat, Mangold, Spitzkohl, Blumenkohl, Lauch, Radieschen. Und Gurken und Tomaten? „Die nicht“, sagt Carmen, „denn das kriegen wir von den Nachbarn.“ Und Kartoffeln. „Die ja, aber sie werden nicht auf dem Dach gezüchtet, sondern im Kartoffelturm.“ Er steht wie eine Art Litfaßsäule, ummantelt mit einer Rohrmatte, in einer Gartenecke und macht übers Jahr mit Hilfe von Kompost, Luft und Sonne aus zwei Kilogramm Kartoffeln 40 Kilogramm.

Hinter all dem steht natürlich nicht nur die bloße Lust am Experimentieren. Schon lange leben Carmen Kästner und Bernd Ackermann ökologiebewusst, nutzen alle Möglichkeiten der nachhaltigen Selbstversorgung. „Wir sind relativ autark“, sagt Bernd. Begriffe wie Permakultur und Urban Gardening schwirren durch die Luft. „Öffentliches Gärtnern ist ein ganz aktuelles Thema, auch unter dem sozialen Aspekt der Begegnung, des Austauschs, der Verantwortung für ein gemeinsames Projekt“, weiß Carmen. „Man bekommt dann auch einen ganz anderen Bezug zu Lebensmitteln. Es wäre toll, mal alle Einzelbewegungen, die es in Worms gibt, an einen Tisch zu bekommen“. Vielleicht macht Bernd zu diesem Anlass dann auch seine gefüllten Crêperöllchen mit grünem Salat!

Foto von Photoagenten Alessandro Balzarin

PS: Was Niemand wissen soll: Die Schutznetze haben wir für den Fototermin entfernt.

Eure Dachfarmerin

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Dachgarten

Ich will ein Garten sein

Ich will ein Garten sein, an dessen Brunnen
die vielen Träume neue Blumen brächen,
die einen abgesondert und versonnen,
und die geeint in schweigsamen Gesprächen.

Und wo sie schreiten, über ihren Häuptern
will ich mit Worten wie mit Wipfeln rauschen,
und wo sie ruhen, will ich den Betäubten
mit meinem Schweigen in den Schlummer lauschen.
(Rainer Maria Rilke)

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Dachgarten

Verschleierte Beete zeigen Kohlweißling die kalte Schulter

„Non est ad astra mollis e terris via“. „Es ist kein weicher Weg von der Erde zu den Sternen“, heißt es in der Tragödie „Hercules furens“ von Seneca. Will heißen: Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.
So auch hier. Viel Zeit der Trauer um die entgangenen Ernteerfolge konnten wir uns nicht erlauben. Galt es doch, die Nachzucht zu päppeln um die abgeernteten Beete so rasch als möglich mit neuem Grün zu beglücken. Über die Anzahl der Raupen, die sich in den abgeernteten Beeten fanden, hüllt sich der Mantel des Schweigens. Das Anbringen der Netze, vor der Neubepflanzung (nach 14 Tagen) erwies sich als außerordentlich nützlich, fand sich doch die eine oder andere übersehene Raupe in Gefangenschaft wieder. Morituri te salutant!
An den Anblick der „Schleierbeete“ werde ich mich hoffentlich gewöhnen und glücklicherweise mussten nur die mit Kohl Bestückten verhüllt werden.

Verschleierte Beete
Verschleierte Beete

Die neugezogenen Pflänzchen Grünkohl, Wirsing, Porree und Kohlrübe finden neben Winterpostelein, Zuckerhut, Chinakohl und Endivie ihren Platz in den Beeten. Junge Komposterde sorgt für rasches Wachstum.

Augustpflänzchen
Augustpflänzchen

Die zweite Generation Kopfsalat, der den verdienten Namen „Wunder von Stuttgart“ trägt, darf noch einpaar Tage wachsen. Der schwarze Rettich zeigt schon seine Rundungen und der Mangold will mal wieder unters Messer. Dank der wöchentlichen Kompostteegaben wird er uns bis in den späten Herbst hinein versorgen.

Wunder von Stuttgart u Rettich
Wunder von Stuttgart u Rettich

Mangold und Pflücksalat
Mangold und Pflücksalat

Kohlrabi(
Kohlrabi und Lauch

 

Die kleine Dachfarm lässt sich von einpaar Raupen nicht beeindrucken und die Dachfarmerin erst Recht nicht. Und wenn der Blick allzu schleierhaft wird, bietet der Garten im Erdgeschoss noch reichlich Unverhülltes.
Eure, bisweilen unverhüllte Dachfarmerin

Chicoree
Chicoree

Grüne Tomaten
Grüne Tomaten

Paprika
Paprika

 

Kräutertöpfe
Kräutertöpfe

Kräutertöpfe
Kräutertöpfe

Basilikum
Basilikum