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Dachgarten Katzen & Hund

Auspflanzt is

Endlich ist es so weit – der Frühling kitzelt mich schon am Morgen mit seinen Sonnenstrahlen in der Nase und ich beschließe, dass die Kümmerlinge von der Fensterbank verschwinden werden. Die Dachbeete rufen und die Anzuchtkistchen bergen eine kostbare Fracht an Salat- und Gemüsepflänzchen, die sich in der rauen Wirklichkeit der Witterung im Freien zu bewähren haben. Entweder halten sie durch, oder – Hm – ich scheitere schon am Anfang. Aber – für ein Scheitern gibt es schlechteres Wetter. Also – raus aus dem gemütlichem Bett und ab in die warme Frühlinssonne.
Mit Gießkanne, Anzuchtkistchen und einem eisernen Willen ausgestattet erklimme ich das Dach und beginne meine Kümmerlinge der rauen Wirklichkeit vor die Füße zu werfen. Will heißen: in die satte Komposterde, zu setzen.

Bei meinem mehrmaligen Auf und Ab drang plötzlich ein nachhaltiges Maunzen an mein Ohr. Klar, dass ich mich da angesprochen fühlte und ich öffnete das Türchen zum Nachbargrundstück, von dem das Gejammer kam. Mehr schreiend als maunzend bahnte sich ein kleines, schwarz-weißes Ding den Weg direkt in meine Arme und – SCHNURRTE – aber wie doll. Ich: “ Ja, wer bist denn Du? Wo wohnst Du denn?“ Es: „Hab‘ Hunger und wohnen tue ich hier!!!“ Ich: “ Na dann komm‘ erstmal mit, aber füttern tu ich Dich nicht, denn Du gehst dann heim! Gell?“
Das war um 10 Uhr. Um halb Zwölf, Ich: „OK – aber nur ein Näpfchen.“ Es: „schmatz“.
Den ganzen Tag verbrachten Bernd und ich draußen, und ES hing immer an meinen Fersen. Zwischendurch ein kleines Nickerchen auf der Fußmatte der Terrasse und Fresschen versteht sich. Mocka und Mecki beäugten das Ganze mit Argwohn, versuchten aber – ganz Katze – die Sache so gut es ging zu ignorieren. Am späten Abend galt es Abschied zu nehmen. Ich: „Jetzt aber, ab nach Hause, kleene Maus.“ Es: „Wenn ich noch ein wenig auf eurer Matte liegen bleiben dürfte, wäre ich gestärkter für die Heimreise“.
Mitten in der Nacht trieb es mich aus dem Bett und der Gedanke „nur mal schnell gucken“ musste in die Tat umgesetzt werden. Und siehe da, es lag noch immer auf der Matte und schlief tief und fest.
Am nächsten Morgen war es weg. Die Matte lag einsam vor der Terrassentür.

Ach – na ja, vielleicht besser so. Unsere zwei Ollen jetzt noch mal aufmischen. So ’ne Junge der Granddame vor die Nase setzen? Womöglich meint Mocka dann, er müsse sich noch mal in Szene setzen auf seine alten Tage? Zuviel Stress. Geht ja gar nicht. Gut, dass es heim gefunden hat.
Mau, Maaaaauuuu ruft es da um die Ecke und wusch sitzt es auf meinen Füßen und wirft den Turboladerschnurrapparat an. Ein dicker Plöps plumpste von meiner Brust. Schnell Näpfchen holen, Ja, Ja, kommt sofort. Schmusen, futtern, maunzen und alles auf einmal….

Ach ja – die Dachfarm – klar, OK – die gibt es ja auch noch und – nein, die hab‘ ich nicht vergessen.
ALLE Kümmerlinge sitzen in Reih‘ und Glied, gemäß der Beetplanung 2013 in den Beeten. Also – sorgt euch nicht, ich kümmere mich weiter um die Dachfarm. Obwohl das schwarz-weiße Etwas recht viel Aufmerksamkeit beansprucht, zumal meine beiden „Ollen“ von diversen Eifersuchtsgedanken erfasst werden, die es gilt, durch intensive Beschmusung aus der Welt zu räumen.

Den Samen der Radieschen habe ich direkt in die Beete gelegt, ca. 1cm tief. Radieschen brauchen, wie das Gemüse viel Wasser.

PS: ES heißt Paula

PSS: Nach intensiver Fahndung nach einem/r Besitzer/in beschlossen wir Paula in unsere Familie aufzunehmen.

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Alle Beete Spinat und Jungpflänzchen
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Mocka
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Mecki
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Paula

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Beete 8 Mai
Eine Woche später
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Junge Pflänzchen auf dünnen Beinchen, oder: Wo bitte geht’s zur Sonne?

Seit Tagen liege ich auf der Lauer und trage die Anzuchtkistchen den spärlichen Sonnenstrahlen nach. Das Keimen hat ja noch prima geklappt – das Wachsen lässt allerdings zu wünschen übrig. Da hilft nur eins: Mut zur Lücke und die Kistchen den wenigen Sonnenstrahlen hinterher rücken.
Da wir nicht im Besitz eines Gewächshauses sind, findet das Prozedere im Haus an verschiedenen Fensterbänken statt. Dies hat den Nachteil dass, wegen benötigter Heizung, die Oberfläche der Pflanzschälchen sehr stark austrocknet und somit durch sachtes Wasserbesprühen feucht gehalten werden muss. Die Erde darf nicht austrocknen, sonst wird sie zu fest und die winzigen Würzelchen können keinen Fuß fassen.

Im Garten sind die Regenfässer noch vom März gut gefüllt. Sämtliches Laub, das als Winterschutz diente ist entfernt und darf jetzt im Kompost seine Kraft entfalten. Auf dem Dach gibt es nix zu tun – also warten neue Ideen auf Umsetzung.
Kartoffelturm, sage ich da nur. Was das ist?
Ganz einfach: Baue einen Turm (aus einer Rohrmatte, ca. 1,5m Höhe, 1m Durchmesser) fülle Kompost ein (ca. 50cm), lege gekeimte Biokartoffeln (ca. 1 Kg) kreisförmig aus, bedecke mit Kompost. Warte bis sich grüne Spitzen zeigen, fülle Kompost (ca. 30cm) nach. Wenn sich grüne Spitzen zeigen: Noch mal 1Kg gekeimte Biokartoffeln nachlegen, mit Kompost bis oben auffüllen. An der Außenwand des Turms, auf Höhe der Kartoffellagen noch einpaar Löcher bohren, dass auch hier Kraut raus wachsen kann – und fertig ist eine Kartoffelproduktion, die auf kleinstem Raum, nach Verwelken des Krauts (ca. Ende September) eine Ernte von etwa 40Kg beste, selbst produzierte Biokartoffen garantiert.

Wer glaubt, dass ihre/seine Anzuchtpflänzchen kläglich aussehen, der/die schaut mal hier, mit welchen Kümmergewächsen meine Dachfarm ausgestattet werden soll.

Eure Dachfarmerin

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Und das ist der Kartoffelturm:

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Der Kartoffelturm